Über weite Strecken ebenbürtig – Wieder zwei Gegentore nach Standards

Wie am Spieltag zuvor in Bad Vilbel unterliegt man einem Gegner der, von der reinen Papierform gesehen, übermächtig erscheint. Daß dies nicht so ist hat die Erste bewiesen. Und wie am letzten Sonntag spielte man auf Augenhöhe. Die Gegentore fielen erneut nach Standards, auch das eine Parallele zum Vorwochenende. Und trotz alledem gibt´s am Sonntag um 15:00 Uhr einen neuen Anlauf ! Dann kommt der Spitzenreiter aus Bürstadt an das Günter-Reutzel-Sportfeld.

Nachfolgend Bericht der Wetterauer Zeitung

Türk Gücü Friedberg – KSV Klein-Karben 2:0

War’s das für den KSV Klein-Karben? Nach der 0:2-Niederlage vor Wochenfrist in Bad Vilbel hätten KSV-Spielertrainer Sven Kunisch und seine Mitstreiter das zweite Lokalderby binnen einer Woche beim Aufsteiger Türk Gücü Friedberg dringend gewinnen müssen, um ihre ohnehin nicht sonderlich gut stehenden Aktien in Sachen Klassenerhalt ein wenig zu verbessern. Die bittere Wahrheit: Zwar entpuppte sich der heimische Verbandsligist gestern Nachmittag auf dem Ossenheimer Sportplatz als über weite Strecken durchaus ebenbürtiger Konkurrent, blieb jedoch vor allem in der Offensive auf Grund eklatanter Abschluss-Schwächen erneut vieles schuldig und stand nach 90 Minuten zum bereits 15. Mal mit leeren Händen da. Im Klartext: Obwohl die Mannschaft von Türk Gücü-Coach Savas Yasaroglu auch schon bessere Spiele geboten hatte, behielt sie glatt mit 2:0 (1:0) die Oberhand und bewegt sich angesichts von nunmehr 37 Zählern auf dem Konto schnurstracks in Richtung 40-Punkte-Marke.

“Ein Arbeitssieg“, befand Friedbergs sportlicher Leiter Erdal Terzi, “der aber verdient war, weil wir im Angriff mehr zu bieten hatten“. Klein-Karbens Spielertrainer Sven Kunisch sah es anders: “In Bad Vilbel haben wir uns die Gegentore nach Standard-Situationen eingefangen, und diesmal war es genauso. Weil wir vorne einmal mehr unsere Chancen nicht zu nutzen verstanden, gab’s halt auch gegen Türk Gücü Friedberg nichts zu gewinnen. Ein Remis wäre das gerechtere Resultat gewesen“.

Während TG-Coach Savas Yasaroglu exakt jener Elf, die vor Wochenfrist gegen Wald-Michelbach deutlich siegte, das Vertrauen schenkte, registrierte man auf Seiten des KSV eine Änderung: Anstelle von Salih Yasaroglu begann Muharrem Katilmis in der Sturmspitze. Die erste vielversprechende Gelegenheit der Platzherren, ein von KSV-Keeper Yannick Rühl gehaltener Schrägschuss von William Anane, beantwortete Klein-Karben mit Igor Rozics Versuch aus halbrechter Position, der Kamber Kocs Kasten jedoch um wenige Zentimeter verfehlte (14.). Wer es mit den Kreisstädtern hielt, der raufte sich vor allem in der 22. und 25. Minute die Haare. In beiden Fällen hätte nämlich Marc Witte auf punktgenaue Vorlagen von Ali Usic die TG-Führung besorgen müssen. Doch Witte zeigte Nerven, traf bei der ersten dieser Groß-Chancen Rühls Kasten nicht und später dann lediglich den Querbalken des KSV-Gehäuses.

Ein von Cyril Ngolumuo in der 33. Minute sicher verwandelter Foulelfmeter, den Klein-Karbens Mittelfeldmotor Kerem Kaya an Firat Can verursacht hatte, musste herhalten, um der Yasaroglu-Truppe ein knappes Pausen-Polster zu ermöglichen. Klein-Karbener Volltreffer lagen in dieser Spielphase durchaus in der Luft, fielen aber nicht, denn Serkan Bayin (40.) und Mark Nowak (44.) schlossen trotz freier Schussbahn viel zu harmlos ab. Ganz anders verhielt es sich in der 63. Minute: TG-Torwart Kamber Koc musste sich gewaltig strecken, um einen kapitalen 18-Meter-Knaller Igor Rozics aus dem Winkel zu fischen. Überhaupt legten die Gäste mit Beginn der zweiten 45 Minuten bis etwa zur 65. Minute eine Schippe drauf, doch Zählbares blieb ihnen mangels des notwendigen Durchsetzungsvermögens im gegnerischen Strafraum durchgehend verwehrt.

Und so kam’s, dass die Kreisstädter, bei denen Adrian Saletnik im zentralen Mittelfeld ein hohes Laufpensum absolvierte, in den letzten 25 Minuten wieder Herr im eigenen Hause waren und diese optischen Vorteile mit Treffer Nummer zwei garnierten. Jedenfalls zirkelte der eingewechselte Ugur Ürün in der 89. Minute einen Freistoß ins lange Eck – 2:0, die Entscheidung.

Türk Gücü Friedberg: Kamber Koc – Mamoum, Clark, Ngolumuo, Pioch – Menderes Yasaroglu (90. Berschick), Saletnik, Firat Can, Usic – Witte (75. Ürün), Anane.

KSV Klein-Karben: Rühl – Bayin, Kunisch, Szoerny, Faulstich – Kaya, Nowak – Sachs (76. Salih Yasaroglu), Gramowski (55. Bayram), Rozic – Katilmis (73. Erkan Gök).

Tore: 1:0 (33.) FE Ngolumuo, 2:0 (89.) Ürün. – Schiedsrichter: Joshua Herbert (Nüsttal). – Zuschauer: 130.

Quelle: Bericht Wetterauer Zeitung, Uwe Born (24.03 2014) Bilder: Nici Merz